Histologisches Netzwerk

zur Erbkrankheit „Degenerative Myelopathie” (DM)

Die degenerative Myelopathie (DM) ist eine beim Hovawart zum Glück seltene, aber schreckliche (Erb-)Krankeit, für die es derzeit weder Therapie noch Heilung gibt. Hunde mit DM-Symptomen sind zwar schmerzfrei, können sich aber durch die fortschreitende Hinterhandlähmung immer weniger bewegen.

Irgendwann bleibt nur noch das Einschläfern.

Aber... litt der pelzige Patient überhaupt an DM?

Aus züchterischer Sicht ist die Abklärung diese Frage sehr wichtig. Es liegen derzeit nämlich viel zu wenige, tatsächlich gesicherte (!) Diagnosen vor, um ermessen zu können, wie stark die Rasse Hovawart wirklich von der DM betroffen ist. In den Zuchtdatenbanken häufen sich statt dessen Todesfälle mit dem Vermerk "Symptome DM", die sehr  wahrscheinlich eine viel höhere Erkrankungsrate vorspiegeln, als es der Wirklichkeit entspricht. Auch andere Erkrankungen können nämlich DM-ähnliche Symptome hervorrufen: z. B. Bandscheibenvorfälle, Tumore im Rückenmarkskanal oder das Cauda-Equina Syndrom. 

Das Problem:

Eine abgesicherte Diagnose kann bisher nur am verstorbenen Hund anhand einer Gewebeuntersuchung des Rückenmarks in einem histologischen Labor gestellt werden. Eine solche Entnahme kostet jeden um seinen Hund trauernden Hovawartbesitzer verständlicherweise viel Überwindung. Hinzu kommen der finanzielle Aufwand, ggf. sehr lange Fahrwege und Unklarheit über den Ablauf so einer Gewebeentnahme.

Wieso evtl. lange Fahrwege? Weil die meisten Haustierärzte von Erfahrung und Praxisausstattung her nicht in der Lage sind, solche Proben zu entnehmen. 

 

Das histologische DM-Netzwerk will es Haltern betroffener Hovawarte so leicht wie möglich machen, ihren Hund ohne lange Anfahrten (Ziel: maximal eine Stunde) untersuchen zu lassen. Zu diesem Zweck befindet sich ein nationales Netzwerk von Einrichtungen im Aufbau, die Rückenmarksproben am verstorbenen Hund entnehmen können. Für deren Befundung wird es zentrale Auswertestellen mit entsprechender Qualifikation geben. Das histologische DM-Netzwerk ist inzwischen auf eine arbeitsfähige Größe angewachsen und geht hiermit nun erstmals an die Öffentlichkeit. 

 

Sie finden sämtliche nationalen Einrichtungen nach Postleitzahlen hier sortiert:

PLZ 0 • PLZ 2 • PLZ 3 • PLZ 4 • PLZ 5 • PLZ 6 • PLZ 7 • PLZ 8 • PLZ 9 

 

Diese Einrichtungen haben uns bis jetzt die Unterstützung bei diesem Vorhaben zugesagt. Terminabsprachen mit der Ihnen nächst gelegenen Einrichtung sind stets notwendig.

Bitte melden Sie mir weitere Einrichtungen, die Rückenmarksproben entnehmen können (Kontakt siehe unten).

Je dichter das Netzwerk ist, desto besser! 

Achtung!

Die meisten der unten aufgeführten Einrichtungen müssen den noch lebenden Hund in ihre Räumlichkeiten bekommen, um ihn dann vor Ort zu euthanasieren. Die Untersuchung bereits verstorbenener Hunde, die z.B. vom Haustierarzt eingeschläfert wurden, erfordert spezielle behördlich zugelassene Untersuchungsräume (Seuchenschutz!), über die nur wenige Einrichtungen verfügen. Bitte vorher klären!

Die erste zentrale Befundungsstelle, an die die Formalin-fixierten Rückenmarksproben gesandt werden sollen, ist folgende: 

Institut für Tierpathologie

z.Hd. Prof. Dr. Kaspar Matisasek

Ludwig-Maximilians-Universität München

Veterinärstraße 17

80539

Prof. Dr. Matiasek unterstützt auch die Diagnosestellung am lebenden Hovawart durch die Untersuchung von Muskelbiopsien. Die Muskelfasern betroffener Tiere weisen bei DM charakteristische Veränderungen auf, die sich deutlich von denen bei z.B. dem Cauda-Equina-Syndrom (CES) unterscheiden. Diese Proben müssen allerdings sehr schnell und unfixiert gekühlt transportiert werden.

Ich stehe Ihnen rund um die DM und das weitere Vorgehen im Verdachtsfall gerne zur Verfügung und danke Ihnen sehr für Ihre Mithilfe! 

Dr. Jens Kerl

Zuchtbeirat Hovawart-Club e.V.

E-Mai: zuchtbeirat@hovawart-club.de 

Fon  +49 2975 809683 (tgl. ab 18 Uhr)